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Die Ballade von Zeichen und Wundern - Predigt zum 2. Advent 2019


Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Der Predigttext für diesen 2. Advent steht beim Evangelisten Lukas im 21. Kapitel (25-33):

25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres 26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.
28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.
29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: 30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass der Sommer schon nahe ist. 31 So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. 32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht.
33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

Der Herr segne an uns sein Wort. Amen.


Die Ballade von Zeichen und Wundern...

Es gibt noch Zeichen und Wunder;
Gediegenes zwischen dem Plunder.
Es werden Zeichen geschehen,
hast du die Zeichen gesehen?
An Sonne, Mond und Sternen,
an Nahem und an Fernem.
Was immer schon so war wird anders
und auf Erden wird den Völkern bange sein.
Sie werden verzagen,
ach und wehe klagen,
vor dem Brausen und dem Wogen,
vor dem Meer- und Himmelsbogen;
und Menschen werden auch vergehen,
wie ein Windeswehn,
in Furcht vielleicht,
ganz angstfahl eingebleicht,
weil sie schon die Erwartung aufgegeben,
mit der andere noch leben.
Du und ich und Jesus eben.
Die Erwartung dieser Dinge,
mit denen ich doch manchmal ringe,
Nicht mit Furcht, aber mit Schrecken,
wenn die Zeichen diese Erde decken;
wenn Kräfte der Himmel wanken,
sich Engel und Teufel zanken,
bis einer kommt in Kraft und Herrlichkeit,
mit Armen, Augen, Herzen weit,
der Menschensohn genannt,
der diese Zeichen schließlich bannt.
Doch so lang die Zeichen kommen,
erhebt das Haupt, ihr Frommen,
wenn dieses anfängt und geschieht,
seht, dass das Auge sieht,
lasst euch nicht beirren,
es kommt Erlösung nach den Wirren.
Sie ist zwar noch nicht da,
doch bleibt gewiss, sie ist schon nah.

Was Jesus da sagt...
meint er das ernst?
Alles gerät ins Wanken.
Selbst die Kräfte der Himmel.
Selbst Gott wird wanken, heißt das.
Kann das sein?
Naja, wenn ich auf manche Zeiten schaue,
allein nur die 30er und 40er Jahre in Deutschland,
dann kann ich mir das vorstellen.
Da bin ich mir sogar sicher,
dass die Kräfte der Himmel ins Wanken gerieten.
Durch Menschen.
Durch Hass.
Durch Kälte.

Aber es gibt noch Zeichen und Wunder;
manche gehen leider unter.
Wie der Feigenbaum und alle Bäume,
die blühen, genau wie deine Träume,
wenn neues Leben sie entfacht,
wenn sie mit Frühling aufgewacht.
Und ist der Frühling einmal da,
ist auch der Sommer nah.
Wenn Leben neu entspringt,
wenn Vogelszwitzscherzünglein singt,
ein Lied erklingt
und neues Grün auch neue Hoffnung bringt;
wenn Licht sich gegen Dunkel mächtig stemmt
und dabei Kälte hemmt,
dann wisst ihr und ihr seht,
dass das Leben weitergeht.
Doch dieses sollt ihr auch noch wissen,
dass bei allen Hindernissen,
Gott so wie die Sonne glüht
und den Strahlen gleich
sein Reich
auch durch Dunkelheit hindurch erblüht.

Das sagt Jesus auch.
Er sagt, dass seine Worte bleiben,
auch wenn alles sich verändert.
Das zumindest seine Worte bleiben.
Und das stimmt.
Auch wenn die Welt sich weiterdreht,

seine Worte sind geblieben.
Vor allem die vom Gott und Nächsten lieben.
Vielen ist das fremd geworden,
dass uns Jesu Worte norden.

Und es gibt Wunder und Zeichen;
die an den Himmel und darüber reichen.
An Sonne, Mond und Sterne,
in Nähe und in Ferne.
Was immer schon so war,
stellt sich anders dar.
Manches davon schüchtert ein,
and'res soll genau so sein.
Meeresspiegel steigen,
keine Biene in den Zweigen,
überhaupt, Tier-Notbestand,
und Hitze-Menschen-Seelen-Brand.
Oder aber
das „Gelaber“:
Männer seien nicht der Schöpfung Krone,
Frauen könnten auch ohne,
Frau und Frau und Kind,
und es gibt auch andre Menschen, die ganz anders sind.
Grenzen werden nachgezogen,
selten nur, sehr selten umgebogen
oder einfach ausradiert
- '89 ist das mal passiert.
Auf Erden wird den Völkern bange,
manche fragen sich, wie lange,
alles noch so weiter geht,
bis die Welt sich rückwärts dreht.
Und ehe es so weiter geht,
hätten manche sie am liebsten gleich zurück gedreht.
Menschen verzagen,
beim Ach- und Wehe-klagen,
vor dem Brausen und dem Wogen,
das sie um ihr Glück betrogen,
oder um ein Leben,
ein Dach, ein Haus, ein Lieben,
oder eben,
dass alles so geblieben,
was hätte weg gesollt,
was lieber anders war gewollt.
Und Menschen, sie vergehen auch,
wie ein Windeshauch,
in Furcht vielleicht,
ganz angstfahl eingebleicht,
weil sie nicht mehr zu hoffen wagen,
dass Hoffnungen noch tragen.
Nur was ich habe, was ich bin,
hält mich und hält mich hin.
Sie haben die Erwartung aufgegeben,
die Erwartung, mit der du und ich noch leben.
Die Erwartung dieser Dinge,
der Zeichen,
mit denen ich doch manchmal ringe,
weil sie heischen,
dass die Welt bald unterginge.
Mich erfüllt dann zwar nicht Furcht, aber Schrecken,
wenn die Zeichen diese Erde decken;
wenn die Kräfte der Himmel wanken,
sich Engel und Teufel zanken,
und ich doch schwer ertragen kann,
dass die Welt und alles dann,
in schwarz und weiß getrennt,
und niemand sich dagegen stemmt.
Doch noch ist Zeit,
bis zur Ewigkeit.
Noch sind es nur die Zeichen,
die angsfahl bleichen,
die Völkern Bange machen,
und Menschenlachen
vergehen lassen,
wenn sie sich an die eigene Nase fassen.

Manches davon hat Jesus gesagt.
Zeichen, die bis an den Himmel und darüber reichen.
Die nicht nur Menschen und Völkern,
sondern bestimmt auch Gott ganz Angst und Bange machen.
Bei allem, was wir Menschen hier so machen.
Und dann wär' es doch nur gut,
wenn endlich einer käme,
der Angst und Bange bezwingt,
und als gerechter Richter Ordnung schafft.
Wenn wir nicht mehr hoffen müssten,
dass Himmel und Erde sich endlich küssten.

Doch was wäre das für eine Welt,
in der das Hoffen eingestellt.
Das kann dann nur ihr letztes Stündlein sein.

Jetzt ist Advent,
die zweite Kerze brennt,
und diese Kerzen brennen
für das, was wir Hoffnung nennen,
weil es diese Ahnung gibt,
dass Gott die Menschen liebt.
Und er bei den Menschen wohnen will,
da wurde eine Nacht ganz still,
Ein Stern schien hell,
Engelsstimmenklang ganz grell,
alle sind sie aufgewacht,
haben sich aufgemacht,
nach Betlehem zum Stall,
Bethlehem – ist überall.
Und einer kam in schwacher Niedrigkeit,
mit kindlicher Unschuldigkeit,
mit Armen, Augen, Herzen weit,
der Menschensohn genannt,
von Menschensöhnen-töchtern bald verbannt.
Er kam zu Hirten, Weisen, Esel, Rind;
er unterscheidet nicht, die sein Gefolge sind.
Und Jahr für Jahr und immer wieder,
steigt er auf und nieder, auf und nieder.
Solange Himmelszelt und Erdengrund noch stehen,
wird das gewisslich weitergehen.
Nur könnt' es sein, in diesen Tagen,
wenn Menschenkinder Hoffnung wagen,
dass Gottes Reich schon jetzt beginnt,
dass Zeichen plötzlich Wunder sind.
O Erd, herfür dies Blümlein bring,
O Heiland, aus der Erden spring.“ (EG 7, 3)
Daher: so lang die Zeichen sich erheben,
kann Mensch aus ihnen Wunder weben,
bis die Himmel sich erheben,
dann wird es nur noch Wundern geben.
Nun lasst euch nicht beirren,
lasst euch nicht verwirren,
wenn Licht sich gegen Dunkel stemmt
und dabei Kälte hemmt,
dann können Wunder gegen Zeichen
bis in die Himmel reichen;
dann reißen Himmel auf,
und gegen jeden Zeitenlauf,
stehen offen Tor und Tür,
alles wo sonst Schluss und Riegel für.
Ihr müsst nur wissen,
dass bei allen Hindernissen,
Gott so wie die Sonne glüht
und den Strahlen gleich
sein Reich
auch durch Dunkelheit hindurch erblüht.

Und die Moral von der Geschicht',
kleine Kräfte gibt es nicht.

So lange es die Zeichen gibt,
die sogar die Kräfte der Himmel ins wanken bringen,
weil sie an sie heran und hinein reichen,
so lange gibt es auch Wunder, die es ihnen gleich tun;
so lange ist Advent.
So lange lohnt es sich,
Feigenbäume und Apfelbäumchen und alle Bäume zu pflanzen,
weil sie, wenn der Frühling kommt,
ganz sicher blühen werden.
wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass der Sommer schon nahe ist. [Sagt Jesus]
31 [...] Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.

Und egal wie klein eine Kraft auch sein mag,
die noch hofft und glaubt und liebt,
die noch tauft und betet und leuchtet,
gegen das Dunkel der Welt,
wird aus ihr ein Wunder gegen die Zeichen,
und ein Same für das Reich Gottes,
das jetzt schon beginnt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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