Direkt zum Hauptbereich

Zum "Rechtsruck"

Es erschüttert mich immer mehr, wie sich gebildete Menschen zu so vielen, teils menschenverachtenden, teils grob egalisierenden Aussagen hinreißen lassen können. Aussagen, die lediglich dazu dienen, Grenzen zu ziehen. Nein, ich halte nichts von Brain-Drain-Weltverschwörungstheorien und von islamophoben Verängstigungsfantasien; ebensowenig wie ich mir von starken politischen oder nationalen Grenzen viel verspreche oder glaube, dass das Gender-Mainstreaming nicht ein Beitrag dazu wäre, dass Gleichberechtigung auch Gleichberechtigung und "nicht gleich Berechtigung zur Ermächtigung" bedeutet. Wer Schießbefehle an Grenzen, die regelrechte Abstrafung alleinerziehender Mütter oder beinahe nationalsozialistischen Sprachgebrauch und selbiges Gedankengut auch nur indirekt unterstützt, den kann ich wirklich nur noch fragen, ob es ihm nicht die Schale von der Nuss gedonnert hat. Vor allem wohl auch, weil ich diese konservative Vereinseitigung nicht nachvollziehen kann. Im Tagesthemen-Kommentar von Monika Wagener (22.03.2016), war nicht die Rede von einem Maulkoberlass, wie manche behauptet haben. Wozu sollte auch geschwiegen werden? Was hat ein "Schulterschluss" mit Schweigen gemein? Wer den "Schulterschluss mit allen friedliebenden Menschen - egal welcher Religion" nicht unterstützen kann, positioniert sich für mein Dafürhalten zuerst gegen die "friedliebenden Menschen". Ich kann es in gewisser Weise nachvollziehen, dass es Menschen schwer fällt, inhomogene und/oder diverse oder diversifizierte Peergroups als gleichberechtigte Bezugsgruppen zu erkennen und sich auf nationale oder regionale Identität zurückzuziehen. Allerdings will mir nicht einleuchten, wie dieser Zweifel zu einer Radikalisierung führt - zu einer Radikalisierung, die damit spielt, von niemandem verstanden oder gehört zu werden und sich versucht Gehör zu verschaffen, indem Angst und Hass gesät werden. Angst und Hass, die wiederum zu Angst und Hass führen und als letztlich selbsterfüllende Prophezeiung in eine Spirale münden, die denjenigen, die den Hass gesät haben, zwar Recht verschaffen mag, die letztlich aber nichts - rein gar nichts - besser macht. Sollte uns Abraham nicht bereits ein schreiendes Beispiel im Hinblick auf Xenophobie sein?
"Wer das Geschäft dieser [... Fanatiker] nicht unterstützen will, sucht jetzt erst recht den Schulterschluss mit allen friedliebenden Menschen - egal welcher Religion. Nur das kann den Sumpf trocken legen."

Kommentare

Beliebt

Impuls für den 8. Sonntag nach Trinitatis - 02.08.2020

Sie möchten dem Impuls hören? Kein Problem! Das geht mit dem nachstehenden Player oder per Telefon: 0345/483412478   (Geben Sie die Nummer gern weiter!) Durch Orte getrennt, im Glauben vereint. Losung und Lehrtext für den 11. Sonntag nach Trinitatis ,  02.08.2020   Gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. Frage deinen Vater, der wird dir's verkünden, deine Ältesten, die werden dir's sagen. 5.Mose 32,7 Paulus schreibt:  Halte dich an das Vorbild der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus. 2.Timotheus 1,13 Impuls für den Tag Mein Vater erzählte mir des öfteren aus vergangenen Zeiten. Hautnah erlebte er mit, was Hunger, Armut und Krieg bedeuteten. Der Glaube an Gott gab ihm die Kraft zum Durchhalten. Durch seine Erzählungen wurde mir zunehmend bewusster, dass Wohlstand und Sicherheit im Land nicht selbstverständlich sind. Es sind und bleiben Geschenke.  Di...

Theol.Schirmer auf Instagram

Folgt mir gern auf Instagram (und/oder Facebook und/oder Threads): @theolschirmer Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Sebastian Schirmer (he/his) (@theolschirmer)