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Theologische Leckerbissen II


Theologische Leckerbissen II
“Albrecht Ritschl (1822-1889), einer der bedeutendsten Theologen im ausgehenden 19. Jahrhundert, gibt in diesem Band in knapper Form eine Gesamtanschauung vom Wesen der christlichen Religion. Glaube und Ethik gehören für Ritschl aufs engste zusammen, so daß er im ‘Unterricht’ neben den spezifischen dogmatischen Inhalten der christlichen Religion auch die christliche Ethik entfaltet.”
Leser_innen müssen sich ein bisschen mühen, wenn sie dieses Buch angehen, denn Ritschl sagt selbst, er habe dieses Buch in höchst komprimierten “Paragraphenknödeln” (S. IX) verfasst. So kommt es dann auch daher: extrem kompakt. Allerdings keineswegs in unverständlicher Wissenschaftssprache, höchstens etwas altbacken, denn der “Unterricht” wurde von Ritschl tatsächlich für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe seiner Zeit geschrieben.
Er bietet hier eine vollständige Dogmatik an, ausgehenden von der Offenbarung Gottes in Christus Jesus, dem Sohn Gottes - eine Erkenntnis, die sich dem Geist Gottes verdankt - (§ 1+2), die ihren Ort in der gegenwärtigen christlichen Gemeinde hat. Der Zweck der christlichen Gemeinde ist das Reich Gottes (§ 5). Daher geht der Glaube immer mit dem Handeln nach dem Gesetz der Liebe (§ 6) Hand in Hand.
Dieses Buch ist nicht nur eine gute Einführung in die christliche Religion, sondern, wie ich finde, nach wie vor höchst aktuell. Zielgedanke des Unterrichts ist nämlich das Leben der christlichen Gemeinde als Gemeinschaft, denn ohne Gemeinschaft ist der Zweck der Gemeinde, das Reich Gottes, nicht zu erfüllen - sinnbildlich dafür stehen: die Kirche als Gebetsgemeinschaft und die Sakramente, Taufe und Abendmahl.
Darüber hinaus hat diese Neuauflage von 2002 eine bestechend-blitzgescheite Einleitung aus der Hand der Professorin Chr. Axt-Piscalar (Georg-August-Universität Göttingen) erhalten, die auf 40 Seiten hervorragen versteht, in den “Unterricht” und das Denken Ritschls einzuführen.
Ritschl, Albrecht: Unterricht in der christlichen Religion, Studienausgabe nach der 1. Aufl. von 1875 nebst den Abweichungen der 2. und 3. Aufl., Hrsg.: Axt-Piscalar, Christine, Mohr Siebeck, Tübingen 2002, 136 Seiten.

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