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Impuls für Dienstag - 30.06.2020






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Durch Orte getrennt, im Glauben vereint.

Losung und Lehrtext für  
Dienstag, 30.06.2020

Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.
Psalm 27,8

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
Philipper 4,6


Impuls für den Tag

Sie haben sich schon häufig gegenseitig Vorhaltungen gemacht. Manchmal begannen die Vorhaltungen bereits am Morgen, wenn das Frühstücksei zu hart geworden war. „Berta, das Ei ist hart!“, sagte er. Sie schwieg beleidigt. Manchmal redeten sie völlig aneinander vorbei und ein Wort gab das andere. Oder sie hielt ihm vor, dass er ihr noch nie einen Antrag gemacht hatte. 
Dann kam dieser Tag im Urlaub. Irgendwo an der Ostsee stand eine kleine Kapelle. Sie gingen hinein. Hinten, in der letzten Reihe, hörten sie, wie die Pfarrerin vorn ein Paar segnete: „Vor 25 Jahren habt ihr einander vor Gott und vor den Menschen die Treue versprochen.“ , sagte die Pfarrerin. „Vor Gott und vor den Menschen“, dachte er, „das könnte man uns vorhalten. Aber das könnten wir auch einander vorhalten – in den guten und in den schlechten Tagen.“
Es war der Urlaub, in dem er ihr endlich den ersehnten Antrag machte. Und sie, Berta, sie sagte: „Ja!“. Seitdem halten sich ihre Herzen manchmal ihr Versprechen vor: „Ich will dich lieben und ehren...“. Das heißt aber nicht, dass die Beziehung leichter geworden ist. Es heißt nur, dass sie jetzt häufiger Gott vorhalten, was sie einander in vielen Worten über Jahre vorgehalten haben: Ängste und Bitten und Flehen. Und oft genug mischt sich ein Dank dazwischen: für das Ei am Morgen und dafür, dass sie einander haben. Dann ist es manchmal, als hätten sie etwas gefunden, dass sie lange suchten; und alles wird ein bisschen leichter.

(von Pfarrer Sebastian Schirmer aus Bockendorf)

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